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Technik

g-Wert bei Dachfenstern: Sonnenenergie und Tageslicht

17. August 2026
7 Min. Lesezeit

Auf einen Blick

Der g-Wert gibt an, welcher Anteil der Sonnenenergie als Waerme im Raum ankommt. VELUX-Standardglas liegt bei 0,50, das Hitzeschutzpaket bei 0,30 bis 0,35 — aber aussenliegender Sonnenschutz wirkt staerker als jede Beschichtung.

  • 3-fach ENERGIE (--66/--67): g 0,50 · Hitzeschutz (--69): g 0,30–0,35 (Uw 1,1, nicht förderfähig)
  • Außen montierter Sonnenschutz fängt 76–90 % der Sonnenenergie ab
  • Niedriger g-Wert kostet Tageslicht — bei Dachfenstern ein echtes Argument
  • Nicht verwechseln: --62 ist Schallschutz, kein Sonnenschutz

Der g-Wert, korrekt Gesamtenergiedurchlassgrad, ist eine Dezimalzahl zwischen 0 und 1. Ein g-Wert von 0,50 bedeutet: Die Hälfte der auf die Scheibe treffenden Sonnenenergie landet als Wärme im Raum. Gemessen wird nach DIN EN 410.

Der Wert setzt sich aus zwei Anteilen zusammen — der direkt durchgelassenen Strahlung und der sekundären Wärmeabgabe des Glases, das sich selbst aufheizt und die Wärme nach innen abstrahlt. Der zweite Anteil ist der Grund, warum eine Scheibe auch dann noch aufheizt, wenn ein Innenrollo davorhängt.

g-Werte der VELUX-Glaspakete

GlascodeAufbaug-WertUw (Datenblatt)
--702-fach THERMO0,521,3
--663-fach ENERGIE PLUS0,501,0
--673-fach ENERGIE Waermedaemmung0,500,83
--623-fach ENERGIE Schallschutz0,460,92
<strong>--69</strong><strong>3-fach ENERGIE Hitzeschutz</strong><strong>0,30&ndash;0,35</strong>1,1 — nicht foerderfaehig

Eine Abgrenzung, die im Netz ständig schiefgeht: --62 ist kein Sonnenschutzglas. Es ist das Schallschutzpaket, sein leicht reduzierter g-Wert ist ein Nebeneffekt des dickeren Aufbaus. Wer Hitzeschutz über das Glas will, braucht --69 — und verzichtet damit auf die Förderfähigkeit. Wirksamer und als Einzelmaßnahme separat förderfähig ist die außenliegende Markise.

Den Code Ihres vorhandenen Fensters lesen Sie an den letzten beiden Ziffern der Modellnummer ab, siehe Typenschild und Fenstercode. Die Unterschiede der Pakete insgesamt stehen in Verglasungsarten bei Dachfenstern.

Der Zielkonflikt, den kein Glas aufl&ouml;st

Der g-Wert ist doppeldeutig. Im Winter ist ein hoher g-Wert willkommen — das ist kostenlose Heizenergie. Im Sommer ist genau derselbe Wert das Problem. Glas, das im Winter 0,7 und im Sommer 0,2 hätte, gibt es nicht.

Sie müssen sich also entscheiden, welche Jahreszeit Ihnen wichtiger ist. Unsere Beobachtung aus dem norddeutschen Raum: Der sommerliche Hitzestau im Dachgeschoss wird als deutlich unangenehmer erlebt als der geringfügig höhere Heizbedarf im Winter — jedenfalls in Räumen, in denen sich Menschen länger aufhalten. In einem Abstellraum oder auf der Nordseite dreht sich das um.

Wichtig zur Einordnung: Der Betrag, um den ein niedrigerer g-Wert den Heizbedarf eines einzelnen Dachfensters erhöht, ist klein. Zum Vergleich — für den Sprung von Uw 2,8 auf Uw 1,0 rechnen wir bei Bremer Klimadaten mit rund 40 Euro Heizkostenersparnis pro Fenster und Jahr. Der Effekt des g-Werts liegt darunter. Er ist da, aber er trägt keine Kaufentscheidung.

Warum au&szlig;en schl&auml;gt, was im Glas steckt

Die wirksamste Maßnahme gegen sommerliche Hitze ist kein Glas, sondern eine Verschattung vor dem Glas. Eine außen montierte VELUX-Hitzeschutzmarkise reduziert die eintretende Sonnenenergie laut Herstellerdatenblatt um 76 bis 90 Prozent je nach Modell; real gemessen entspricht das etwa 6 °C niedrigerer Raumtemperatur.

Der Grund ist die sekundäre Wärmeabgabe von oben: Ein Innenrollo lässt die Strahlung erst durchs Glas und fängt sie dahinter ab — dann steckt die Energie bereits im Raum, und das Rollo wird selbst zum Wärmestrahler. Außen passiert das nicht.

Deshalb ist unsere Standardempfehlung für ein Süddach nicht das teuerste Glas, sondern Standardglas plus außenliegender Sonnenschutz. Details in Hitzeschutz-Markise und Dachfenster-Rollladen. Wofür Innenrollos dafür die richtige Wahl sind, steht unter Verdunkelung, Blend- und Insektenschutz innen.

Was der niedrige g-Wert kostet: Tageslicht

Der Punkt, der bei der Beratung am häufigsten untergeht. Eine Beschichtung, die Sonnenenergie zurückhält, hält zwangsläufig auch einen Teil des sichtbaren Lichts zurück. Hitzeschutzglas wirkt im Raum spürbar dunkler und oft leicht farbstichig.

Bei einem Fassadenfenster fällt das kaum ins Gewicht. Bei einem Dachfenster schon — es ist meistens die einzige Tageslichtquelle des Raums, und im November zählt jedes Lumen. Den genauen Lichttransmissionsgrad des jeweiligen Glaspakets finden Sie im VELUX-Datenblatt; er wird als Wert τv angegeben und sollte beim Vergleich mit auf den Tisch.

Unser Rat: Wenn der Raum Wohnraum ist und Tageslicht eine Rolle spielt, lieber Standardglas mit g 0,50 und außen verschatten — statt dauerhaft dunkleres Glas einzubauen, das auch im Winter dunkel bleibt.

Empfehlung nach Dachausrichtung

AusrichtungVerglasungZus&auml;tzlich
Nord3-fach ENERGIE (--66/--67)nichts n&ouml;tig &mdash; Sonnenw&auml;rme willkommen
Ost3-fach ENERGIE (--66/--67)Innenrollo gegen die Morgensonne im Schlafzimmer
S&uuml;d, Wohnraum3-fach ENERGIE (--66/--67)<strong>au&szlig;enliegende Hitzeschutzmarkise</strong>
S&uuml;d, Schlafzimmer3-fach Hitzeschutz (--69) &mdash; Komfort, aber Uw&nbsp;1,1 und damit nicht f&ouml;rderf&auml;higau&szlig;enliegender Rollladen (SSL Solar oder SML Elektro)
West3-fach ENERGIE (--66/--67)au&szlig;enliegender Rollladen oder Markise

Hitzeschutzglas empfehlen wir vor allem dort, wo außenliegender Sonnenschutz baulich nicht geht — etwa wenn das Fenster von außen nicht erreichbar ist oder eine Gestaltungssatzung Aufbauten einschränkt. In allen anderen Fällen ist die Kombination aus Standardglas und Verschattung die bessere Lösung, weil Sie sie im Winter einfach hochfahren können.

Was ein Tausch mit dem passenden Paket kostet, rechnen Sie am schnellsten selbst aus: Festpreis online berechnen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist besser: niedriger g-Wert oder Hitzeschutzmarkise?

In den meisten Fällen die Markise. Sie fängt laut VELUX-Datenblatt 76 bis 90 % der Sonnenenergie ab, bevor sie das Glas erreicht, und lässt sich im Winter wegfahren. Hitzeschutzglas wirkt dagegen ganzjährig und kostet dauerhaft Tageslicht.

Welchen g-Wert hat VELUX-Standardglas?

Die 3-fach-ENERGIE-Pakete --66 und --67 liegen bei g 0,50. Die Hitzeschutzvariante --69 kommt auf 0,30 bis 0,35, das Schallschutzpaket --62 auf 0,46.

Ist --62 ein Sonnenschutzglas?

Nein. --62 ist das 3-fach-ENERGIE-Schallschutzpaket mit Rw 42 dB. Sein g-Wert von 0,46 ist ein Nebeneffekt des Aufbaus, kein gezielter Sonnenschutz. Dafür ist --69 gemacht — das allerdings mit Uw 1,1 nicht förderfähig ist.

Verdunkelt Sonnenschutzglas den Raum spürbar?

Ja. Eine Beschichtung, die Wärmestrahlung zurückhält, reduziert auch das sichtbare Licht. Bei einem Dachfenster als einziger Tageslichtquelle ist das im Winter deutlich zu merken. Den genauen Lichttransmissionsgrad τv nennt das VELUX-Datenblatt des jeweiligen Pakets.

Lohnt sich Sonnenschutz-Glas auf einem Norddach?

Nein. Auf der Nordseite trifft kaum direkte Sonne auf die Scheibe. Dort kostet ein niedriger g-Wert nur Tageslicht und solare Gewinne, ohne im Sommer etwas zu bringen.

Hat der g-Wert Einfluss auf die BAFA-Förderung?

Indirekt schon. Maßgeblich ist der Uw-Wert des gesamten Fensters, der für Dachflächenfenster höchstens 1,0 W/(m²K) betragen darf. Das Hitzeschutzpaket --69 liegt laut VELUX-Datenblatt bei 1,1 und ist damit nicht förderfähig — wer fördern lassen will, wählt --84, --66, --62 oder --67 und lässt sich den Uw des konkreten Pakets vorab bestätigen.

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