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Technik

Schallschutz Dachfenster: Rw-Werte & DIN 4109

23. März 2026
4 Min. Lesezeit

Auf einen Blick

Rw-Wert, Schallschutzklasse 1–4 und welches Dachfenster welchen Lärmpegel reduziert. DIN 4109 in der Praxis vom Dachdecker erklärt.

  • Was ist der Rw-Wert?
  • Schallschutzklassen nach DIN 4109
  • Rw-Werte typischer VELUX-Dachfenster

Der Rw-Wert (bewertetes Schalldämm-Maß) gibt an, wie stark ein Dachfenster Luftschall reduziert — gemessen in Dezibel (dB). Je höher der Rw-Wert, desto leiser wird's drinnen. Ein Standard-VELUX kommt auf etwa Rw 32 dB; mit Schallschutzverglasung sind 37–40 dB möglich, in der Premium-Variante mit ESG-/VSG-Schallschutzglas bis zu 43 dB.

Was ist der Rw-Wert?

Der Rw-Wert wird im Labor nach DIN EN ISO 717-1 bestimmt. Er beschreibt, wie viele Dezibel Luftschall ein Bauteil zwischen zwei Räumen schluckt. Der Wert bezieht sich auf das gesamte Fenster (Glas + Rahmen + Anschluss), nicht nur auf die Verglasung.

Faustregel zur Wahrnehmung:

  • +3 dB = doppelte Schallenergie (vom Ohr nur als geringfügig lauter empfunden, NICHT als doppelt so laut)
  • +10 dB = doppelt so laut empfunden
  • −10 dB = halb so laut empfunden

Konkret heißt das: Wenn draußen 70 dB(A) Verkehrslärm ankommen und das Fenster Rw 35 dB schafft, sind drinnen rechnerisch 35 dB(A) — etwa Bibliotheks-Lautstärke. Wenn das Fenster nur Rw 28 dB schafft, sind's drinnen 42 dB(A), das hört man als Hintergrundrauschen.

Schallschutzklassen nach DIN 4109

Die VDI 2719 teilt Fenster in 6 Schallschutzklassen (SSK 1–6) ein. Die DIN 4109 definiert dagegen Lärmpegelbereiche I–VII für die Außenwelt und gibt daraus die nötige Mindestschalldämmung des Bauteils vor:

Faustregel für die Praxis: Verkehrslärm-Pegel über 70 dB(A) draußen → mindestens Klasse 3 (Rw ≥ 38 dB). Über 75 dB(A) → Klasse 4. Über 80 dB(A) → Klasse 5 (in Wohngebieten selten erforderlich, aber an Bahnstrecken und in Flughafen-Schneisen üblich).

Rw-Werte typischer VELUX-Dachfenster

Den Verglasungs-Code findest du auf dem VELUX-Typenschild als zweistellige Endung des Glas-Codes. Bei Bestellung eines neuen Fensters lässt sich die Schallschutz-Variante meist gegen 80–150 € Aufpreis pro Fenster konfigurieren.

Praxis: woher kommt der Lärm wirklich?

Häufig kommt Lärm gar nicht durch das Glas, sondern über die Anschlussfuge zwischen Eindeckrahmen und Sparren — wenn die Folie nicht sauber sitzt oder die Wärmedämmung im Anschluss schlampig gestopft ist. In dem Fall hilft kein Premium-Glas: Du zahlst 150 € Aufpreis für 8 dB Verbesserung am Glas, aber die Fuge bleibt die Schwachstelle.

Mein Tipp aus der Baustelle: Erst bei einem Tausch den Anschluss sauber machen lassen (BFX-Folie ringsum, Mineralwolle satt, keine Hohlräume), dann nach drei Monaten messen, wie laut es noch ist. Oft reicht der Standard-Rw von 32 dB schon, weil vorher nur die Fuge undicht war.

Wer wirklich an der Bahnstrecke wohnt: Schallschutz-Premium-Verglasung (Rw 40 dB) plus ordentlich gemachter Anschluss plus Innen-Rollladen (gibt nochmal 2–3 dB). Mehr ist baulich kaum drin.

Was Schallschutz NICHT kann

Zwei realistische Erwartungen:

  • Tieffrequenter Lärm (Bass, LKW-Motoren, Bahn-Rumpeln) wird vom Rw-Wert nur teilweise erfasst. Da hilft Masse — also dickere Innenfolie/VSG mit Akustik-Folie. Standard-Schallschutz-Glas verbessert vor allem mittlere und hohe Frequenzen.
  • Geschlossenes Fenster. Bei gekipptem oder offenem Fenster ist der Rw-Wert irrelevant. Wer in lauter Lage lebt und Frischluft will: Lüftungsgerät mit Schalldämpfer (z. B. VELUX INTEGRA mit Klappe) statt Dauerkippen.

Häufige Fragen

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