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Holz vs. Kunststoff bei VELUX Dachfenstern: Der Materialvergleich

22. Mai 2026
6 Min. Lesezeit

Auf einen Blick

VELUX Dachfenster gibt es in Kunststoff (GGU/GPU) und Holz (GGL/GPL). Die Materialwahl beeinflusst Pflege, Feuchtigkeitsbeständigkeit und Raumeignung.

  • GGU (Kunststoff/Polyurethan) ist der Standard — wartungsfrei und feuchtraumgeeignet
  • GGL (Holz) ist auf Wunsch lieferbar — für Wohnräume mit Holzoptik-Anspruch
  • Beide Varianten sind mit allen VELUX Verglasungen kombinierbar (3-fach ENERGIE, Schallschutz, Hitzeschutz)
  • Für Bäder, Küchen und Feuchträume: immer Kunststoff wählen

Bei der Wahl eines neuen Dachfensters stellt sich früh die Frage: Kunststoff oder Holz? VELUX bietet beide Materialvarianten an — als Schwingfenster und als Klapp-Schwingfenster. In der Praxis entscheidet sich die große Mehrheit der Kunden für die Kunststoff-Variante (GGU/GPU), und das aus guten Gründen. Dieser Artikel erklärt die technischen Unterschiede, benennt die jeweiligen Stärken und hilft bei der Entscheidung für den richtigen Einsatzort.

VELUX Modellcodes: Was bedeuten GGU und GGL?

VELUX unterscheidet seine Dachfenster über einen Buchstabencode, der Fenstertyp und Material angibt:

  • GGU — Schwingfenster mit Polyurethan-Beschichtung (Kunststoff). Der tragende Kern ist Holz, die gesamte Innenfläche ist mit einer nahtlosen, weißen Polyurethan-Schicht ummantelt. Das ist der Standard im aktuellen VELUX-Sortiment.
  • GPU — Klapp-Schwingfenster in Kunststoff, ebenfalls Standard für den Klapp-Schwing-Typ.
  • GGL — Schwingfenster aus massivem Kiefernholz mit weißer Schutzlackierung. Auf Wunsch lieferbar.
  • GPL — Klapp-Schwingfenster aus Holz. Selten nachgefragt, ebenfalls auf Wunsch erhältlich.

Wer bereits ein älteres Dachfenster hat — insbesondere aus den 1980er- oder 1990er-Jahren — kennt oft das GGL. Damals war Holz die Standardvariante. Beim Austausch gegen ein aktuelles Fenster empfehlen wir heute standardmäßig die Kunststoff-Variante GGU.

Kunststoff (GGU): Warum es der Standard ist

Das GGU besteht im Kern aus Kiefernholz — die tragende Struktur ist also identisch mit dem GGL. Der entscheidende Unterschied: Beim GGU ist die gesamte Innenseite mit einer durchgehenden Polyurethan-Schicht versiegelt. Das hat handfeste Vorteile im Alltag:

  • Wartungsfrei: Die Polyurethan-Oberfläche muss nicht nachbehandelt, gestrichen oder geölt werden. Ein feuchtes Tuch reicht zur Reinigung.
  • Feuchtigkeitsbeständig: Die nahtlose Beschichtung schützt den Holzkern vollständig vor Feuchtigkeit. Dampf aus Dusche oder Kochen kann dem Fenster nichts anhaben.
  • Abgerundete Ecken: VELUX formt die Polyurethan-Beschichtung mit abgerundeten Kanten, in denen sich weder Schmutz noch Feuchtigkeit sammeln können.
  • Hygienisch: Keine offenen Holzporen, in denen Schimmelsporen oder Bakterien Halt finden — besonders relevant bei Kondenswasserbildung am Dachfenster.

In der Praxis bedeutet das: Einbauen und jahrelang nicht mehr daran denken. Das GGU ist damit die richtige Wahl für nahezu jeden Raum — und zwingend die erste Wahl für Bäder, Küchen, Waschräume und andere Feuchträume.

Holz (GGL): Wann es sinnvoll sein kann

Das GGL aus lackiertem Kiefernholz hat seinen Platz im VELUX-Sortiment — allerdings als bewusste Sonderwahl, nicht als Standard. Holz kann in bestimmten Situationen die passende Option sein:

  • Optischer Anspruch: In Wohnräumen mit sichtbarem Holz-Dachstuhl, Holzdecken oder einem natürlichen Einrichtungsstil kann ein Holzfenster die Raumästhetik stimmig ergänzen.
  • Denkmalschutz und Bestandsanpassung: Bei Gebäuden, in denen Bauauflagen eine materialgleiche Sanierung verlangen, kann ein GGL die richtige Lösung sein.
  • Individuelle Gestaltung: Die Holzoberfläche lässt sich mit Holzlasuren, Lacken oder Wachsen in der gewünschten Farbe behandeln. Das GGU ist hingegen immer weiß.

Was man bei Holz einkalkulieren muss: Die Schutzlackierung erfordert regelmäßige Pflege — die Intervalle dafür stehen in unserer Wartungsanleitung für VELUX Dachfenster. In trockenen Wohnräumen genügt eine Auffrischung der Lackierung alle 3–5 Jahre mit einer geeigneten Pflegemilch. In Räumen mit erhöhter Luftfeuchtigkeit — Bäder, Küchen, Wellnessbereiche — raten wir vom GGL ab, da die Lackierung langfristig Feuchtigkeit nicht so zuverlässig fernhält wie die Polyurethan-Versiegelung.

Vergleichstabelle: GGU (Kunststoff) vs. GGL (Holz)

EigenschaftGGU (Kunststoff/Polyurethan)GGL (Holz/Kiefer lackiert)
KernmaterialKiefernholz mit PU-UmmantelungKiefernholz mit Schutzlack
Oberfläche innenNahtloses Polyurethan, weiß, abgerundete EckenLackiertes Massivholz, sichtbare Holzstruktur
WartungsaufwandWartungsfrei — feuchtes Tuch genügtAlle 3–5 Jahre Lackpflege empfohlen
Feuchtraum-EignungJa — Bad, Küche, WaschraumNein — nur trockene Wohnräume
FarboptionenWeiß (Standard)Weiß lackiert ab Werk, umlackierbar
SchimmelresistenzHoch — keine offenen PorenGeringer — Holzporen bei Feuchtigkeit anfällig
VerglasungenAlle VELUX-Verglasungen verfügbarAlle VELUX-Verglasungen verfügbar
Rollladen/MarkiseAlle Zubehörtypen kompatibelAlle Zubehörtypen kompatibel
INTEGRA (Smart-Home)GGU INTEGRA Elektro/Solar verfügbarGGL INTEGRA verfügbar (selten nachgefragt)
Typischer EinsatzUniversell — alle Räume, besonders FeuchträumeWohnräume mit Holz-Ästhetik, Denkmalschutz
Sortiments-RolleStandardAuf Wunsch

Verglasung: Unabhängig vom Rahmenmaterial

Ein wichtiger Punkt, den viele Kunden nicht wissen: Die Verglasung ist vom Rahmenmaterial komplett unabhängig. Ob GGU oder GGL — alle VELUX-Glasvarianten sind mit beiden Materialien kombinierbar:

  • 3-fach Verglasung 84 (Endcode --84): Uw 1,0 W/m²K, BAFA-förderfähig. Unsere meistverkaufte Verglasung und der Standard für energetisch sinnvollen Austausch.
  • 3-fach ENERGIE PLUS (Endcode --66): Uw 1,0 W/m²K, Rw 37 dB, BAFA-förderfähig.
  • 3-fach ENERGIE Wärmedämmung (Endcode --67): Uw 0,83 W/m²K, Rw 38 dB — Krypton statt Argon, bester Wärmeschutz im Programm und ebenfalls förderfähig.
  • 3-fach ENERGIE Schallschutz (Endcode --62): Uw 0,92 W/m²K, Rw 42 dB, förderfähig. Für Lagen an Hauptstraßen, Bahnlinien oder Einflugschneisen.
  • 3-fach ENERGIE Hitzeschutz (Endcode --69): Uw 1,1 W/m²K, g-Wert 0,30–0,35. Für Süd- und Westdächer — aber nicht BAFA-förderfähig, weil der Uw über 1,0 liegt. Gegen Sommerhitze ist die außenliegende Hitzeschutz-Markise ohnehin die wirksamere Lösung.

Die Materialwahl betrifft also ausschließlich den Rahmen und die Innenseite des Fensters — die Wärmedämmung, den Schallschutz und den U-Wert bestimmt die Verglasung.

Die Feuchtraum-Frage: Warum Kunststoff hier Pflicht ist

In Bädern und Küchen unter dem Dach entsteht regelmäßig hohe Luftfeuchtigkeit — beim Duschen leicht über 80 %, beim Kochen 60–70 %. Diese Feuchtigkeit kondensiert bevorzugt an der kältesten Stelle im Raum: dem Dachfenster.

Bei einem GGU perlt das Kondenswasser an der glatten Polyurethan-Oberfläche ab und wird über die Fensterrinne nach außen abgeleitet. Die nahtlose Versiegelung verhindert, dass Feuchtigkeit in den Holzkern eindringt.

Bei einem GGL müsste die Lackierung diese Aufgabe übernehmen. In der Praxis zeigt sich: Über Jahre hinweg dringt Feuchtigkeit in kleinste Risse der Lackschicht ein, das Holz quillt, die Lackierung blättert. Im schlimmsten Fall bildet sich Schimmel in den Ecken des Fensterrahmens. Darum gilt: Feuchtraum = GGU, ohne Alternative.

Praxisempfehlung nach Raumtyp

RaumtypEmpfohlenes MaterialBegründung
Bad / DuschbadGGU (Kunststoff) — PflichtHohe Luftfeuchtigkeit, Kondenswasser, Schimmelrisiko
KücheGGU (Kunststoff) — PflichtKochdämpfe, Fettablagerungen, häufige Reinigung nötig
Waschraum / HWRGGU (Kunststoff) — PflichtTrockner-/Waschmaschinenfeuchte
SchlafzimmerGGU (Standard) oder GGL (auf Wunsch)Trockener Raum, Holz möglich bei Ästhetik-Wunsch
Wohnzimmer / BüroGGU (Standard) oder GGL (auf Wunsch)Trockener Raum, Holz kann zur Einrichtung passen
KinderzimmerGGU (Kunststoff)Pflegeleicht, robust, hygienisch
Dachbodenausbau (allgemein)GGU (Kunststoff)Universell einsetzbar, zukunftssicher

Bestandsfenster: Wenn das alte GGL drin ist

Viele Dachfenster aus den 1980er- und 1990er-Jahren sind VELUX GGL — damals war Holz der Standard. Wer heute ein solches Fenster austauschen lässt, steigt in der Regel auf ein GGU um. Der Wechsel vom alten Holzfenster auf Kunststoff bringt sofort spürbare Vorteile:

  • Kein Nachstreichen oder Nachlackieren mehr nötig
  • Deutlich bessere Feuchtigkeitsresistenz
  • In Kombination mit einer 3-fach-Verglasung (Uw 1,0) drastisch bessere Wärmedämmung als das alte 2-fach-Glas

Beim Typenschild am alten Fenster lässt sich ablesen, welches Modell und welche Größe verbaut ist. So kann das neue GGU exakt passend bestellt werden.

Smart-Home und Zubehör: Kein Materialvorteil

Sowohl GGU als auch GGL sind als VELUX INTEGRA mit Elektro- oder Solarantrieb erhältlich. Auch beim Zubehör — Rollladen, Hitzeschutz-Markise, Innenrollos, Plissees — gibt es keine Einschränkungen durch das Rahmenmaterial. Die Entscheidung Kunststoff vs. Holz betrifft ausschließlich die Innenseite des Fensterrahmens und dessen Pflegeeigenschaften.

Fazit: GGU als Standardwahl, GGL bei bewusstem Wunsch

Für die allermeisten Einbausituationen ist das VELUX GGU (Kunststoff/Polyurethan) die richtige Wahl: wartungsfrei, feuchtraumgeeignet, hygienisch und langlebig. Es gibt keinen technischen Nachteil gegenüber dem GGL — im Gegenteil, die Pflegefreiheit ist ein klarer Pluspunkt im Alltag.

Das GGL aus Holz hat seine Berechtigung dort, wo die sichtbare Holzoberfläche einen ästhetischen Mehrwert bietet — etwa in Wohnräumen mit Holz-Dachstuhl oder bei Denkmalschutzauflagen. Wer sich für Holz entscheidet, sollte die regelmäßige Pflege einplanen und das Fenster nicht in Feuchträumen einsetzen.

Unser Tipp: Konfigurieren Sie Ihr neues Dachfenster im Dachfenster-Konfigurator — dort können Sie Material, Verglasung und Zubehör passend zu Ihrem Raum zusammenstellen.

Häufige Fragen

Ist ein GGU wirklich ein Kunststofffenster?

Nicht im klassischen Sinne: Der Kern des GGU ist Kiefernholz — genau wie beim GGL. Die Besonderheit ist die nahtlose Polyurethan-Ummantelung auf der Innenseite, die das Holz vollständig vor Feuchtigkeit und Abnutzung schützt.

Kann ich ein GGL im Bad einbauen?

Davon raten wir ab. Die Lackierung des GGL hält dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit nicht zuverlässig stand. Für Bäder, Küchen und andere Feuchträume ist das GGU mit seiner feuchtigkeitsbeständigen Polyurethan-Oberfläche die richtige Wahl.

Welche Verglasungen funktionieren mit beiden Materialien?

Alle. Ob Verglasung 84 (--84), ENERGIE PLUS (--66), ENERGIE Wärmedämmung (--67), Schallschutz (--62) oder Hitzeschutz (--69) — jede Verglasung ist mit GGU und GGL kombinierbar. Die Materialwahl betrifft nur den Rahmen, nicht das Glas.

Mein altes Fenster ist ein GGL aus den 90ern. Muss ich wieder Holz nehmen?

Nein. Beim Austausch kann problemlos auf ein GGU gewechselt werden. Die Fenstergrößen sind zwischen GGU und GGL identisch, ein Wechsel des Rahmenmaterials erfordert keine baulichen Änderungen.

Kann ich das GGU nachträglich farblich gestalten?

Die Polyurethan-Oberfläche ist in Weiß gehalten und nicht zum Überstreichen vorgesehen. Wer eine farbige oder holzsichtige Innenoptik möchte, greift zum GGL und behandelt es mit einer Holzlasur im gewünschten Farbton.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen VELUX GGU und GGL?

Beide sind Schwingfenster mit Kiefernholz-Kern. Beim GGU ist die Innenseite mit einer nahtlosen Polyurethan-Schicht ummantelt (wartungsfrei, feuchtraumgeeignet). Beim GGL ist die Oberfläche lackiertes Massivholz (sichtbare Holzoptik, regelmäßige Pflege nötig).

Welches Material eignet sich für das Bad?

Für Bäder und andere Feuchträume ausschließlich GGU (Kunststoff/Polyurethan). Die nahtlose Beschichtung verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit in den Holzkern und schützt vor Schimmelbildung.

Ist das GGU auch BAFA-förderfähig?

Ja, sofern eine 3-fach-Verglasung mit Uw ≤ 1,0 W/m²K gewählt wird — das sind die Endcodes --84, --66, --62 und --67. Das Hitzeschutzpaket --69 liegt bei Uw 1,1 und ist nicht förderfähig. Die BAFA-Förderung bezieht sich auf den U-Wert des gesamten Fensters, nicht auf das Rahmenmaterial.

Wie oft muss ein GGL nachbehandelt werden?

In trockenen Wohnräumen empfiehlt sich eine Auffrischung der Schutzlackierung alle 3–5 Jahre mit einer geeigneten Pflegemilch. In Räumen mit höherer Luftfeuchtigkeit kann der Intervall kürzer ausfallen — ein weiterer Grund, dort zum GGU zu greifen.

Kann ich beim Austausch von GGL auf GGU wechseln?

Ja. Die Einbaumaße sind bei gleicher Größenbezeichnung (z. B. MK06, SK06) identisch. Ein Materialwechsel beim Fenstertausch erfordert keine baulichen Anpassungen am Dach.

Gibt es Kunststoff auch als Klapp-Schwingfenster?

Ja. Das GPU ist das Klapp-Schwingfenster in Kunststoff/Polyurethan und der Standard für diesen Fenstertyp. Die Holzvariante GPL ist auf Wunsch ebenfalls lieferbar.

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